29.04.2019 | Aktualisiert am: 12.07.2021

Wird ein Quartier mit sehr alten Bestandsgebäuden umfangreich saniert, müssen die betroffenen Mieter während der Modernisierungsarbeiten meist Ersatzwohnungen beziehen. Im Münchner Stadtviertel Neuhausen-Nymphenburg testet ein Forscherteam ab Mai so genannte modulare Instandsetzungsverfahren, bei denen die Sanierung für jede Wohnung einzeln durchgeführt werden kann. Eine Umsiedlung aller Mieter zum gleichen Zeitpunkt wäre somit nicht mehr erforderlich.

Wird ein Quartier mit sehr alten Bestandsgebäuden umfangreich saniert, müssen die betroffenen Mieter während der Modernisierungsarbeiten meist Ersatzwohnungen beziehen. Im Münchner Stadtviertel Neuhausen-Nymphenburg testet ein Forscherteam ab Mai so genannte modulare Instandsetzungsverfahren, bei denen die Sanierung für jede Wohnung einzeln durchgeführt werden kann. Eine Umsiedlung aller Mieter zum gleichen Zeitpunkt wäre somit nicht mehr erforderlich.

Ein interdisziplinäres Team unter Leitung der Beuth Hochschule für Technik Berlin hat ein Modellprojekt in einem bestehenden Münchener Wohnquartier gestartet. Hier kombinieren sie passive und aktive Energiesparmaßnahmen. Ziel ist es, auch bei den schwer sanierbaren Gebäuden die Standards der aktuellen Energieeinsparverordnung zu erfüllen.

Die Heizlast der zwischen 1900 und 1950 erbauten Bestandsgebäude soll zum Teil durch die thermisch aktivierte Fläche der Außenwände gedeckt werden. Vor allem bei der Außenwandheizung setzt das Forscherteam auf modulare Instandsetzungsverfahren und analysiert vorab welche Materialien für den Wärme- und gegebenenfalls Kältetransport hierfür am besten geeignet sind. „Dabei handelt es sich um das Material der Rohrleitungen, das energietragende Fluid sowie alle anderen mit dem Wärmetransport zusammenhängenden Bauteile, wie etwa die Überdeckung der Rohrleitungen“, erläutert die Projektleiterin Professor Katja Biek von der Beuth Hochschule für Technik Berlin. „Auch die Verlegetiefe der Leitungen, Verlegeverfahren sowie regelbare Kreise und der Komfort spielen bei der Prüfung der Modularität eine wichtige Rolle“, so Biek.

Außenwandheizung im Detail

Anders als bei vorangegangenen Projekten werden die Rohrleitungen der Heizung nahe der Innenseite der Außenwand installiert. Dadurch können geringere Wärmedurchgangskoeffizienten in Raumrichtung und höhere Wärmedurchgangskoeffizienten in Richtung der Außenluft erreicht werden. Dies führt zu einer angenehmen Oberflächentemperatur auf der Innenseite und erhöht die Behaglichkeit für die Nutzenden. „Da durch die Außenwand eine große Fläche zum Heizen zur Verfügung steht, kann der Heizbetrieb mit geringen Vorlauftemperaturen erfolgen. Dies bietet gute Möglichkeiten, ressourcenschonende Energieträger einzusetzen“, erklärt Biek. So kann über eine Wärmepumpe Geothermiegenutzt werden oder es können Luft-Wasser-Wärmepumpen effizient mit hohen Jahresarbeitszahlen betrieben werden. Auch eine solarthermische Anlage sowie die Nah- und Fernwärme aus KWK-Anlagen, welche idealerweise mit erneuerbaren Brennstoffen betrieben werden, können als Energiequelle dienen.

Forscherteam bereitet Praxistest vor

Aktuell planen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rohrregister, führen Heizlastberechnungen durch und prüfen die verschiedenen Parameter und Varianten auf ihre Effizienz. Zusätzlich bereiten sie Strömungssimulationen und eindimensionale Berechnungen vor, um die Wärmeübertragung verschiedener Varianten zu analysieren. Im Mai führen sie erste Untersuchungen in einer Testwohnung durch.

Kontakt

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Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau IRB
Nobelstr.12, 70569 Stuttgart
https://www.bau.fraunhofer.de/de/fab/IRB.html

0711 970-2500

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