Die unter Denkmalschutz stehende Siedlung Margarethenhöhe in Essen ist ein historisches Wohnquartier. Viele Gebäude sind seit der Bauzeit nahezu unverändert. Forscher untersuchen jetzt, wie sich die energetische Effizienz der Siedlung über die bisher erfolgten Maßnahmen hinaus – Austausch der Fenster und Dachdämmung – denkmalverträglich deutlich steigern lässt. Dazu entwickeln sie modulare Konzepte, die den Energieverbrauch auf Quartiersebene reduzieren und erneuerbare Energien in das Energiesystem im Quartier einbinden.

Die Wohnsiedlung wurde von Margarethe Krupp gestiftet, die damit der im Zuge der Industrialisierung entstandenen Wohnungsnot entgegenwirken wollte. Der Kern der Siedlung wurde 1909 bis 1933 von Georg Metzendorf als Gartenstadt geplant und gebaut und später in diesem Sinne erweitert. Die Siedlung steht heute in großen Teilen unter Denkmalschutz. Die Margarethe Krupp-Stiftung für Wohnungsfürsorge führt als Eigentümerin in Abstimmung mit der Denkmalpflege kontinuierlich Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen durch. Es handelt sich dabei um Maßnahmen wie den Austausch der Fenster, den Einbau von Bädern, den Ausbau und die Dämmung ungenutzter Dachräume, die Ertüchtigung des Heizsystems und der Elektrik sowie um Schönheitsreparaturen.

Im Rahmen eines größeren Forschungsprojekts sollen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Einbindung erneuerbarer Energien untersucht und beispielhaft umgesetzt werden, damit diese stärker in den Sanierungskatalog für die Siedlung eingebunden werden können. Es werden verschiedene Einzelmaßnahmen auf Gebäude- und Quartiersebene unter Berücksichtigung der Randbedingungen der Siedlung dimensioniert und optimiert. Die Kombination mehrerer Einzelmaßnahmen soll die Energieeffizienz steigern, den Energieverbrauch reduzieren und erneuerbare Energien stärker in die Energieversorgung des Quartiers integrieren.

Die Forscher konzentrieren sich dabei in einer ersten Phase auf simulationsgestützte Analysen und Vor-Ort-Untersuchungen zu den konstruktiven und bauklimatischen Möglichkeiten, auf die Optimierung der Gebäudehülle, der Energieerzeugung und –speicherung und auf die Vernetzung von Strom- und Wärmeflüssen im Quartier. Nach der  Untersuchungs- und Entwicklungsphase werden ausgewählte Sanierungsbausteine an beispielhaften Objekten umgesetzt und anschließend wissenschaftlich evaluiert. 

Konzept

Die Gebäudehüllen entsprechen heute in großen Teilen noch dem Zustand nach Errichtung: Ungedämmtes, weitgehend verputztes Ziegelmauerwerk, teilweise Einscheibenverglasung und ungedämmte Dächer. Im Rahmen kontinuierlicher Instandhaltung werden die ursprünglichen Fenster gegen aktuelle mit Wärmeschutzverglasung eingebaut ausgetauscht und die Dächer gedämmt.

Nach Stilllegung und Rückbau der ursprünglich kombinierten Heiz-, Koch-, Bade und Ventilationsanlage findet sich heute in der Siedlung eine Vielzahl unterschiedlicher Heizsysteme – sie reicht von Gaszentral- bzw. Etagenheizungen bis zu Stromheizungen. Im Projektverlauf sollen mit einer Kombination von baulichen Maßnahmen zur Ertüchtigung der Gebäudehülle und zur Modernisierung der Gebäudetechnik die Energieeffizienz gesteigert, der Energieverbrauch reduziert und erneuerbare Energien stärker in die Energieversorgung des Quartiers integriert werden.

Da die Siedlung unter Denkmalschutz steht, kommen nur energetische Sanierungsmaßnahmen in Frage, mit denen die Gestalt der Gebäude nicht verändert und die erhaltenswerte Bausubstanz nicht beeinträchtigt wird.

Zuletzt aktualisiert am: 14.07.2021

EnEff:Stadt EnQM: Energieeffiziente Wohnsiedlungen durch zukunftsfähige Konzepte für den denkmalgeschützten Bestand ' Energieoptimiertes Quartier Margarethenhöhe Essen (EnQM)

För­der­kenn­zei­chen: 03ET1417A-D

Projektlaufzeit
01.10.2016 30.06.2022 Heute ab­ge­schlos­sen

The­men

Quartierskonzepte, Sanierung von Siedlungen, Dezentrale Energieerzeugung, Energiespeicherung, Solare Wärme, Solarstrom, Modellierung & Simulation, Monitoring & Bilanzierung

För­der­sum­me: 3.179.759

Kontakt

Koordination
Universität Stuttgart, Institut für Werkstoffe im Bauwesen (IWB)
http://www.iwb.uni-stuttgart.de
Tel.: +49(0)711-685-63324

Forschung
Gas- und Wärme-Institut Essen e. V.
http://www.gwi-essen.de

Tel.: +49(0)201 3618-0

Forschung
RWTH Aachen, Institut für Integrierte Analogschaltungen
http://www.ias.rwth-aachen.de

Tel.: +49 241 80 27745

Forschung
RWTH Aachen, E.ON-ERC, Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik
https://www.eonerc.rwth-aachen.de

Tel.: +49(0)241-80-99566

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