30.01.2024 | Aktualisiert am: 06.02.2024

Mit zunehmender Digitalisierung steigt die Anzahl der Rechenzentren in Deutschland – und auch deren Stromverbrauch. Die dabei erzeugte Wärme bleibt meist ungenutzt. Ein neues Tool soll das jetzt ändern.

Der Energiebedarf der Rechenzentren und kleineren IT-Installationen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen: Zwischen 2010 und 2022 stieg er um rund 70 Prozent auf 17,9 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Borderstep-Instituts von 2023, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde.

Wo Strom verbraucht wird, fällt auch Abwärme an. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Vorhaben DC-Heat machen Forschende sich dies zunutze. „Bisher wird die in Rechenzentren anfallende Wärme meist ungenutzt über Rückkühler in die Atmosphäre abgegeben. Wir wollen dies ändern und unterstützen, dass diese thermische Energie stärker, auch außerhalb des jeweiligen Betriebes, wirtschaftlich genutzt werden kann“, so Christian Noll, Projektleiter von DC-Heat und geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF e.V.).

So wäre es zum Beispiel möglich, die Abwärme externen Verbrauchern über Wärmetauscher sowie -netz zur Verfügung zu stellen. Abnehmer können etwa ein Hotel, ein Schwimmbad, ein Industrieunternehmen oder ein Bürogebäude sein. Über ein Nahwärmenetz kann die thermische Energie auch einem ganzen Quartier zur Verfügung gestellt werden. Von einer solchen Zusammenarbeit profitieren beide Seiten: Oftmals geben die Rechenzentren ihre Abwärme kostenlos an die externen Verbraucher ab. Die Betreiber der Rechenzentren sparen damit wiederum Energie bei der Rückkühlung ein.

So finden Rechenzentren und Wärmeabnehmer zusammen

Die Herausforderung dabei: Die Betreiber von Rechenzentren müssen Kontakt mit interessierten Energieversorgern oder anderen Wärmeabnehmern finden. Dabei helfen kann das kartenbasierte Bytes2Heat-Matching-Tool, das das Wissenschaftsteam im Vorhaben DC-Heat entwickelt hat. Das kostenfreie Werkzeug ermöglicht es, für gemeinsame Projekte potenzielle Partner zu finden. Anbieter von Abwärme sowie potenzielle Wärmekunden können hier Angebot und Bedarf eintragen – etwa die Rechenzentren als Wärmequelle sowie Gebäude und Produktionsstätten als Wärmesenken. „Oft wissen beide Seiten nichts voneinander, auch wenn sie sich in direkter Nachbarschaft befinden. Was die eine Seite zur Kühlung loswerden will, kann der anderen Seite klimafreundliche Heizwärme liefern“, so Noll. Auch bereits umgesetzte Vorreiterprojekte kann man im neuen Tool finden oder ergänzen.

Das Matching-Tool ist Teil der Bytes2Heat-Plattform. Hier gibt es weitere hilfreiche Tools, Best-Practice-Beispiele und Hintergrundinformationen rund um die Abwärmenutzung aus Rechenzentren.

Am 15. Februar 2024 findet in Frankfurt die Veranstaltung „Bytes2Heat Roundtable: Grüne Energie aus Rechenzentren“ statt. Nähere Informationen sowie Anmeldemöglichkeiten finden Sie auf der Seite der DENEEF. (bs)

Kontakt

Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V.
Friederike Steddin

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