Auf dem 4. Projektleitertreffen Energiewendebauen Ende April 2018 in Essen diskutierten 120 Wissenschaftler, wie Quartiere eine wegweisende Rolle für die Energiewende einnehmen können.
© BINE Informationsdienst, Johannes Lang

Projektleitertreffen in Essen
Zukunftsweisende Versorgungsstrategien für Quartiere

Wie können Quartiere und Siedlungen zur Netzstabilität und Flexibilität unseres Energiesystems beitragen? Was sind die Schlüsseltechnologien dafür?Auf dem 4.  Projektleitertreffen Energiewendebauen Ende April in Essen diskutierten 120 Wissenschaftler aktuelle Hemmnisse und mögliche Lösungsansätze.

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Panoramablick über die Stadt Freiburg
© C. Schuessler - stock.adobe.com

Netzdienliche Gebäude
Plusenergiebilanz des neuen Freiburger Rathauses im Fokus

Die Stadt Freiburg im Breisgau lobte im Jahr 2013 einen Wettbewerb für den Neubau eines Verwaltungszentrums inklusive Rathaus aus, um ihre über das Stadtgebiet verteilten Behörden zusammenzufassen. Ziel war nicht nur ein architektonisch herausragender Entwurf, sondern auch ein Höchstmaß an Energieeffizienz. Ende letzten Jahres wurde der sechsgeschossige Bau nach dem Siegerentwurf von ingenhoven architects eröffnet. Das nach der Inbetriebnahme gestartete Monitoring soll nun zeigen, ob der Betrieb des neuen Plusenergiegebäudes hält, was die Planung versprochen hat.

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Das Luftbild zeigt das Quartier „Rüsdorfer Kamp“ in Heide aus der Vogelperspektive. Das Quartier befindet sich im Bereich rechts neben den Gleisen.
© Jacobs / Stadt Heide

Regenerative Energieversorgung im Quartier
Lokal erzeugten Windstrom im Quartier nutzen

Für das Stadtquartier „Rüsdorfer Kamp“ in Heide soll eine nachhaltige Energieversorgung entwickelt werden. Mit dem Forschungsprojekt QUARREE100 soll das Quartier möglichst vollständig mit erneuerbaren Energien vor Ort oder aus der Region versorgt werden. Die Forscher müssen dazu zentrale Fragen beantworten: Wie kann der in der Region erzeugte Windstrom wirtschaftlich und systemdienlich für das regionale Energiesystem genutzt werden? Welche flexiblen Speicherlösungen für Strom und Wärme stehen zur Verfügung und wie kann die Integration in die Quartiersversorgung erfolgen? Es sind Lösungen gefragt, die auf andere Städte übertragbar sind.

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Auf einer Teilfläche des ehemaligen Fliegerhorsts in Oldenburg entsteht ein neues Wohnquartier. Es soll ein sogenanntes Reallabor für Smart-City-Technologien sein.
© Stadt Oldenburg

Klimaneutrales Quartier
Vom Fliegerhorst zum Wohnquartier mit innovativem Versorgungskonzept

Auf der Fläche des ehemaligen Fliegerhorsts in Oldenburg entsteht ein neues Wohnquartier. Neben Neubauten sollen einige der vorhandenen alten Kasernengebäude erhalten bleiben und zu Wohngebäuden umgebaut werden. Geplant ist ein neues Infrastrukturkonzept, das die Sektoren Strom, Wärme/Kälte und Elektromobilität koppelt und in ein sektorenübergreifendes Versorgungsnetz integriert. Ergänzend entwickeln die Projektpartner eine digitale Service-Plattform für ein intelligentes Last- und Beschaffungsmanagement auf Ebene des Quartiers. Unter dem Motto „Der Mensch im Zentrum“ werden Bürgerinnen und Bürger in den Planungsprozess eingebunden.

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beispielhafte Darstellung der EnerCalC Software
© James Thew - stock.adobe.com

Energiebilanzierung von Gebäuden
Upgrade für Software zur schnellen Gebäudebilanzierung

EnerCalC bietet die Möglichkeit mit relativ geringem Aufwand den Energiebedarf für ein Gebäude differenziert zu bilanzieren. Das Werkzeug orientiert sich an der DIN V18599, bleibt aber durch gezielte Vereinfachungen schnell und übersichtlich.

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In dem Forschungsprojekt wurden Software-Module entwickelt, mit denen eine energetische Inspektion, die Lebenszykluskostenanalyse und die Optimierung verschiedener Komponenten oder ganzer Gebäude durchgeführt werden können.
© Hottgenroth Software GmbH

Gebäudesimulation
Software bewertet Lebenszykluskosten

Bei Baumaßnahmen werden häufig die Komponenten eingeplant, die in der Anschaffung am preiswertesten sind - langfristig nicht immer die günstigste und effizienteste Lösung. Gemeinsam mit Dresdner Wissenschaftlern entwickelte deshalb der Software-Anbieter Hottgenroth ein Programm-Modul, mit dessen Hilfe sich die Lebenszykluskosten von Bauteilen und Anlagentechnik ermitteln und optimieren lassen. Integriert in vorhandene Energieberatungs- und Planungssoftware ist es jetzt verfügbar.

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Preisverleihung des Ideenwettbewerbs EnEff.Gebäude.2050 im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin
© BINE Informationsdienst

Ideenwettbewerb EnEff.Gebäude.2050
Konzepte für einen internationalen Energiewettbewerb

Gestern wurden die Preisträger des Ideenwettbewerbs EnEff.Gebäude.2050 im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin ausgezeichnet. Im zweiten Teil waren Konzepte für einen künftigen internationalen Energiewettbewerb für Gebäude und Quartiere gesucht, die einen interessanten Austragungsort präsentieren und die vorgeschlagene Wettbewerbsstätte nachhaltig als Experimentierraum oder „Living-Lab“ in das städtische Umfeld integrieren. Dort sollen sich lokale Hochschulen, Behörden, Immobilieneigner, Unternehmen und Bürger einbringen und neue Ideen für energieeffiziente Gebäude und Stadtquartiere in die Breite tragen.

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Festgelegte Quartiersgrenzen für das Projekt ZED innerhalb des Stadtteils Marienthal.
© Stadt Zwickau - Projekt ZED

Null-Emissionsquartier
Neues Wohnmodell soll Energiewende sozialverträglich umsetzen

Bis zum Jahr 2022 entsteht in Zwickau im Quartier Marienthal ein neues Wohnmodell. Dieses soll nahezu emissionsfrei, sozial gerecht und wirtschaftlich tragfähig sein. Eine intelligente Vernetzung von Strom, Wärme und Mobilität ist Kern des Energiekonzeptes, das im Rahmen des Verbundvorhabens „Zwickauer Energiewende Demonstrieren - ZED“ entwickelt und realisiert wird.

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Blick vom Rathaus über die Stadt auf das ehemalige Industrieareal der Nähmaschinenfabrik Pfaff. Gut sichtbar ist das alte Verwaltungsgebäude, das im Laufe des Projektes energetisch saniert wird.
© Stadt Kaiserslautern

Energiewende im Quartier
Werksgelände wird zum klimaneutralen Stadtquartier

Bis zum Jahr 2022 entsteht auf dem ehemaligen Werksgelände der Nähmaschinenfabrik Pfaff in Kaiserslautern ein neuer Stadtteil, der einen möglichst hohen Anteil des Energiebedarfs vor Ort durch erneuerbare Energien deckt. Es werden nachhaltige Infrastrukturen für Strom, Wärme, Kälte, E- Mobilität und digitale Dienstleistungen geschaffen. Lokal erzeugte erneuerbare Energie versorgt historische Gebäude und Neubauten.

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Beispiel für eine Typha-Pflanze
© dule964 - stock.adobe.com

Nachhaltiger Dämmstoff
Aufdachdämmung aus Rohrkolben in Entwicklung

Energiesparend herzustellen, druckfest und kompostierbar: Von Dämmplatten aus den Blättern der Typhapflanze versprechen sich Forscher des Fraunhofer Instituts für Bauphysik viel. Gemeinsam mit dem Industriepartner Saint Gobain Isover entwickeln sie nun eine Platte für die Aufsparrendämmung weiter und bereiten deren Serienfertigung vor.

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Ergebnisse der Studie zur Akzeptanz einer netzdienlichen Betriebsführung von Gebäuden Gebäude
© Bacho Foto - stock.adobe.com

Studie
Akzeptanz einer netzdienlichen Betriebsführung von Gebäuden

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme führte im Frühsommer 2017 eine deutschlandweite Umfrage zur Akzeptanz eines netzdienlichen Gebäudebetriebs durch. Befragt wurden Eigentümer und Betreiber von Neubau- und Bestandsgebäuden der Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen. Mit der Umfrage sollte ausgelotet werden, auf Basis welcher Motivation die Betreiber für einen netzdienlichen Anlagenbetrieb zu gewinnen sind. Jetzt liegen die Umfrageergebnisse vor.

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Kunststoffmantelrohre
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Förderung
Zuschüsse für Machbarkeitsstudien und Realisierung von Wärmenetzen 4.0

Ab dem 1. Juli fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Modellvorhaben zu Wärmenetzen der 4. Generation. Sie stehen für die Nah- und Fernwärme der Zukunft: Mit innovativen Konzepten einer weitgehend erneuerbaren Wärme und Kälteversorgung in Stadtteilen und Quartieren.

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