22.06.2022 | Aktualisiert am: 22.06.2022

Um die Energiewende erfolgreich zu gestalten, sind die Strom- und Wärmewende wesentliche Faktoren. Während je nach Wetterlage Windenergie- und Photovoltaikanlagen fast die Hälfte der Stromenergie innerhalb eines Jahres bereitstellen können, stammt nur etwa ein Sechstel der benötigten Wärmeenergie aus regenerativen Quellen. Das soll sich zukünftig ändern.

Die Autoren der kürzlich veröffentlichten „Roadmap Oberflächennahe Geothermie – Erdwärmepumpen für die Energiewende – Potenziale, Hemmnisse und Handlungsempfehlungen“ legen in ihrem Konzept dar, welche Möglichkeiten Erdwärmepumpen mit Blick auf die Energiewende bieten. Sie verfolgen das Ziel, die Wärmeversorgung in eine zukunftsträchtige Richtung zu lenken. Mit der zugesprochenen Rolle der Geothermie für die Energiewende sollen nachhaltige, ökonomische sowie sicherheits- und regionsbezogene Aspekte zielführend vereint werden.

Potenzial von Erdwärmepumpen für einen klimaneutralen Wärmesektor

Bei der oberflächennahen Geothermie nutzen Haushalte und Unternehmen Erdwärme in Tiefen meist von unter 100 Metern bis zu 200 Metern mittels Wärmepumpen vor allem zum Heizen beziehungsweise Kühlen. In ihrer Roadmap fassen die Forschenden den aktuellen Status zu Erdwärmepumpen in Deutschland zusammen und zeigen auf, dass mit diesen zukünftig bis zu 75 Prozent des Nutzwärmebedarfs (Raumwärme und Warmwasser) gedeckt werden könnten. Neben den beschriebenen Potenzialen der Technologie machen sie deutlich, welche regulatorischen und wirtschaftlichen Hemmnisse der oberflächennahen Geothermie entgegenstehen. Ihre entwickelten Handlungsempfehlungen sollen ermöglichen, dass alle involvierten Akteure – von Politik über Wirtschaft bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern – dazu beitragen können, den Wärmesektor flächendeckend klimaneutral zu gestalten.

„Erdwärmepumpen sind heute bei vielen Herstellern am Markt verfügbar. Die Systeme arbeiten äußerst effizient, decken ein breites Leistungsspektrum ab und bieten erprobte Lösungen für die klimafreundliche Bereitstellung von Wärme und Kälte. Die Hemmnisse für den Markterfolg liegen also weniger im technischen Bereich als bei Förderrichtlinien, Genehmigungsverfahren, mangelnder Investitionsbereitschaft und Fachkräftemangel“, sagt Professor Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG.

Hinter der Roadmap stehen die Autoren der Fraunhofer IEG und die Auftraggeber des Bundesverbandes Geothermie (BVG), des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) und der Erdwärme Gemeinschaft Bayern. (av)

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